Wenn es nachts im Schlafzimmer rattert wie im Tunnel der Tube, liegt selten nur einer wach. Lautes Schnarchen nervt. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe sein, also auf wiederholte Atemaussetzer im Schlaf, nach denen man morgens wie gerädert aufwacht. In beiden Fällen kann eine Unterkieferprotrusionsschiene, kurz UKPS, eine Option sein.
Was bedeutet Unterkieferprotrusion?
Das Wort klingt sperrig, das Prinzip ist simpel. Protrusion heißt Vorverlagerung. Die UKPS besteht aus zwei Schienen für Ober- und Unterkiefer, die miteinander verbunden sind und den Unterkiefer im Schlaf ein Stück nach vorn halten. Damit bleibt auch die Zunge weiter vorn und der Rachen offener. Die Luft hat freie Bahn und das Schnarchen kann deutlich leiser werden. Bei einer leichten bis mittelgradigen Schlafapnoe ist die Schiene eine anerkannte Behandlungsmöglichkeit. Bei einer schweren Schlafapnoe kommt sie meist dann ins Spiel, wenn die Atemmaske nicht funktioniert.
Warum eine Schnarchschiene vom Kieferorthopäden?
Die Schiene arbeitet mit Biss, Unterkiefer und Kiefergelenken, also genau mit dem, womit wir uns jeden Tag beschäftigen. Bevor wir eine UKPS anfertigen, prüfen wir deshalb, ob Zähne und Kiefergelenke mitspielen und ob sich Ihr Unterkiefer weit genug nach vorn bewegen lässt. Danach stellen wir die Schiene in kleinen Schritten ein und behalten bei den Kontrollterminen auch Ihren Biss im Blick. Das hat einen Grund: Wird eine UKPS über Jahre getragen, kann sich die Stellung der Zähne leicht verändern. Genau darauf haben wir als Kieferorthopäden ein geschultes Auge.
Wie läuft die Versorgung ab?
Ob hinter dem Schnarchen eine Schlafapnoe steckt, klärt ein Arzt mit schlafmedizinischer Erfahrung, meist mit einer Messung im Schlaf. Kommt eine UKPS in Frage, erfassen wir bei uns Zähne und Biss und legen die Startposition der Schiene fest. Die Schiene wird dann individuell für Ihr Gebiss gefertigt. Nach dem Einsetzen folgt die Feinabstimmung: Wir verstellen die Schiene Schritt für Schritt, bis Wirkung und Tragegefühl zusammenpassen. Bei einer Schlafapnoe prüft der Arzt anschließend, ob die Schiene die Atemaussetzer ausreichend reduziert.
Und wie fühlt sich das am Morgen an?
In den ersten Nächten ist die Schiene ungewohnt. Mehr Speichel, empfindliche Zähne oder ein leichtes Ziehen in der Kaumuskulatur sind am Anfang nicht ungewöhnlich und legen sich meist nach der Eingewöhnung. Ein paar einfache Kieferübungen am Morgen helfen, den gewohnten Biss wiederzufinden. Die zeigen wir Ihnen beim Einsetzen.
Alle Infos zur Behandlung finden Sie außerdem auf unserer Leistungsseite „Schnarchtherapie & Schlafapnoe-Schienen“.
Sie schnarchen, fühlen sich tagsüber oft müde oder Ihr Arzt hat Ihnen eine UKPS empfohlen? Dann sprechen Sie uns an. Wir prüfen, ob Ihre Zähne und Kiefergelenke für eine Schiene geeignet sind, und erklären Ihnen vorab Ablauf, Kontrollen und Kosten.